Klarträumen lernen

Was unterscheidet einen Klartraum von einem normalen Traum? 

Ganz klar: Bewusstheit! In einem normalen Traum erleben wir oft surreale Szenarien, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, dass wir eigentlich gerade träumen. Da werden beispielsweise fliegende Elefanten völlig normal. Im Klartraum hingegen sind wir uns voll bewusst, dass wir gerade träumen. Wir sind also die Chefs in unserer Traumwelt, können die Story beeinflussen, die Umgebung verändern und vieles mehr.

 

Im Klartraum haben wir auch eine erhöhte Selbstreflexion durch die Bewusstheit über den Traumzustand. Wir können Fragen, die uns im Wachleben beschäftigen bewusst im Klartraum unserem Unterbewusstsein stellen und auch insgesamt mehr über uns und unsere Ängste erfahren. Das Spannende: Klarträumen ist für jeden Menschen erlernbar. Selbst, wer jetzt noch eine schlechte Traumerinnerung hat, kann in ein paar Wochen Training Erfolg haben.

Meine erste Begegnung mit dem Thema war der Dokumentarfilm von Arte mit dem Titel "Klarträumen".  Der Arte-Film faszinierte mich und so begann ich, im Internet über das Thema Klarträumen zu recherchieren. Bald darauf erlebte ich meinen ersten Klartraum und war von dem Moment an fasziniert von den Möglichkeiten, die das Klarträumen bietet.

Welche Aktivitäten sind im Klartraum möglich?


Klarträume ermöglichen es uns, unsere Kreativität auszuleben, Ängste zu überwinden und vieles mehr. Viele  beschreiben die Erfahrung eines Klartraumes als ein Gefühl von großer emotionaler Freiheit. So geht es mir auch immer, deshalb bin ich total begeisterte Klarträumerin. Im Klartraum-Zustand können wir viele spannende Erfahrungen machen, wie:

 

  •  durch die Zeit reisen, 
  •  unter Wasser atmen, 
  •  uns in ein anderes Lebewesen verwandeln, 
  •  Extremsportarten betreiben,
  •  Planeten erschaffen oder
  •  meditieren.

 

Klar zu träumen ist eine Form des bewussten Erlebens, das der Wachwelt-Wahrnehmung sehr ähnelt. Dieses Paradoxon ist ein bisher ungeklärtes Rätsel der Menschheit und hat mich von Anfang an fasziniert. Wie kann es sein, dass wir mit unseren schlafenden physischen Sinnen im Bett liegen, uns nicht bewegen und dennoch so fantastische Abenteuer in unserer Vorstellungswelt erleben können? Was sind das für „innere Sinne“ oder innere Vorstellungssinne?

Wie funktioniert das Klartraum-Training?

In meinem Buch  "Klares Träumen" stelle ich die Grundlagen des Klarträumens vor. Für eine Kurzanleitung kannst du hier einfach weiterlesen, für einen tieferen Einstieg in das Thema lohnt es sich, verschiedene Hintergründe über die Zusammenhänge von Bewusstsein, Gehirntätigkeit und Schlaf zu kennen. Zunächst einmal ist das Klarträumen für alle Menschen erlernbar. Jeder Klartraum gibt uns einen enormen Boost an Energie und ist so faszinierend, dass sich jeder einzelne Klartraum lohnt. Die einfachste Art und Weise, einen Klartraum zu erzeugen, ist tagsüber die Realität in Frage zu stellen, das sind die sogenannten "Reality Checks". Wer diese Checks regelmäßig und richtig ausführt, braucht dann nur drauf zu warten, das man die Hinterfragen der Realität dann irgendwann auch in einem Traum hinterfragt. Und dann kommt die etwas schwierigere Phase: Erlangst du im Traum die Erkenntnis, dass du tatsächlich gerade träumst, dann benötigt ein Gehirn eine "Stabilisierung" dieses Bewusstseinszustandes. Dies ist total wichtig. Führst du die Stabilisierungstechnik richtig aus, gelingt der Einstig in einen Klartraum.

Das gesamte Klartraum-Training besteht aus vielen weiteren Übungen, die insgesamt dazu führen, dass die Traumerinnerung besser wird und die Klartraumrate höher wird.  Du brauchst ein bisschen Geduld und Biss, aber es lohnt sich!

Die ersten Schritte zum Klarträumen – eine Kurzanleitung

Hier ist eine Kurzanleitung für das Klarträumen:

1. Traumtagebuch: Schaffe dir ein Traumtagebuch an und beginne morgens direkt nach dem Aufwachen deine Träume aufzuschreiben. Auch wenn du zurzeit eine schlechte Traumerinnerung haben solltest, wird sich dies durch diese Aktion ändern.
2. Reality Checks & kritisches Bewusstsein am Tag üben: Mache 3-8 mal am Tag einen Reality Check und überprüfe, ob du dich in einem Traum befindest oder nicht. Zähle dafür beispielsweise die Finger an deiner Hand. Schaue dir deine Umgebung 3-8 mal am Tag bewusst an und stelle sie in Frage. Bist du wirklich in der Wachwelt oder ist irgendetwas komisch. Es reicht, sich einfach nur Gedanken zu machen
3. Schlafroutine mit Autosuggestion: Richte dir eine neue "Klartraum-Schlafroutine" ein, in der du deinen Augenmerk auf das Vorhaben, einen Klartraum zu haben, richtest. Mache vor dem Schlafengehen eine Autosuggestion mit oder ohne Meditation mit dem Vorsatz "heute Nacht werde ich Klarträumen".
4. Lies viel übers Klarträumen und schaue dir Videos zu dem Thema an: Dadurch wird dem Gehirn signalisiert, dass es ein wichtiges Thema an.

Dieses kleine Gesamtpaket hat bei vielen Personen schon zum ersten Klartraum geführt. Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß!